Saisonauftakt in der FIM Endurance World Championship 2019/2020: Dieses Wochenende steigt zum 83. Mal der Kampf um die Goldene Schüssel, die „Bol d’Or“. Das German Endurance Racing Team #56 by GS Yuasa wird dabei mit der Deutschen Lucy Glöckner, dem Österreicher Stefan Kerschbaumer und dem Niederländer Pepijn Bijsterbosch von Startplatz 16 aus ins Rennen gehen. Für die Klassen-Wertung der Superstock-Kategorie gab es für die Mannschaft für Rang vier bereits die ersten zwei WM-Punkte.

Bereits die Vorbereitung auf das Rennen hat eine abwechslungsreiche Woche gesehen. Dabei wurden die Qualifyings am Donnerstag quasi in der Mitte durch Regen getrennt. Während Kerschbaumer noch das Q1 vollständig im Trockenen fahren konnte, war es für Glöckner am Ende schon nass und Bijsterbosch fuhr vollends im Nassen. Am Freitag dann aber fanden alle Piloten einheitlich trockene Bedingungen vor.

Glöckner musste am Donnerstag einen Sturz weg stecken, bei dem die Doppel-R einige Reparaturarbeit benötigte. Doch die Mannschaft um Crewchief Holger Homfeldt arbeitete im Akkord und pünktlich zum Qualifying am Nachmittag stand das Bike wieder Einsatzbereit auf der Matte.

Stefan Kerschbaumer landete in 1:55.842 Minuten die schnellste Zeit des Trio, Lucy Glöckner kam auf 1:56.183 Minuten und Pepijn Bijsterbosch umrundete den Paul Ricard Circuit in 1:56.905 Minuten. Alle drei Piloten sind sich derweil einig, dass beim Setup am Samstagvormittag im Warmup noch ein Schritt erfolgen soll, mit dem sie sich eine um eine halbe Sekunde schnellere Pace ausrechnen.

Im Rundenmittel steht GERT56 bei einer Zeit von 1:56.310 Minuten und liegt damit auf dem 16. Gesamtrang in der Startaufstellung. In der eigenen Wertung der Superstock-Klasse belegte die Mannschaft Rang vier – und holte damit bereits die ersten beiden WM-Punkte der Saison 2019/2020.

Das Rennen zu den 24 Stunden Le Castellet im Kampf um die Bol d’Or startet am morgigen Samstag, 20. September 2019, um 15:00 Uhr.

Eurosport überträgt das Rennen in großen Teilen live im TV, sowie durchgängig im Player.

Der Wetterbericht für die 83. Bol d’Or verspricht nichts Gutes: Es ist mit Starkregen während der gesamten Rennzeit zu rechnen.

Stefan Kerschbaumer:
„Wir haben eine gute Trainingswoche hinter uns gebracht und wie immer hat unsere BMW S 1000 RR gut funktioniert. Wir haben weiter am Setup gefeilt, aber die Basis an unserem Motorrad stimmt ja eh. Wir sind noch auf der Suche nach etwas mehr Gefühl für das Vorderrad, aber wir haben ja auch noch das Warmup. Es ist für die gesamte Rennzeit mit Regnen zu rechnen und dann kommt es eh auf andere Dinge an. Wir werden aber unser Bestes geben.“

Lucy Glöckner:
„Zu erst einmal möchte ich mich bei meinem gesamten Team für meinen kleinen Ausrutscher entschuldigen und bei den Mechanikern bedanken, dass sie das Motorrad so schnell und super wieder aufgebaut haben. Es war nur ein kleiner Ausrutscher, aber leider ist die RR stumpf in die Leitplanke eingeschlagen. Mir geht es gut, ich habe nur eine kleine Schürfwunde am linken Arm, das wird über die Renndistanz auch kein Problem sein. Im Moment können wir keine großen Erwartungen oder Hoffnungen für das Rennen äußern, denn es sind Sturm und Regen angesagt – und dann ist es immer ein Tanz auf rohen Eiern.“

Pepijn Bijsterbosch:
„Ich hatte gestern im ersten Qualifying verdammt viel Pech mit dem Wetter und es hat stark geregnet. Daher musste ich meine Zeit heute raus hauen, aber das hat ganz gut funktioniert. Auf der anderen Seite war es aber auch gut, schon ein Mal die Bedingungen im Nassen testen zu können – wenn es wirklich regnet im Rennen, wird das eine sehr schwierige Nummer. Auf der Mistral-Geraden sieht man vor Gischt fast gar nichts und besonders viel Grip hat der Asphalt im Nassen auch nicht. Dann gilt die Grundregel der Endurance besonders: Sitzen bleiben und ankommen.“

Karsten Wolf:
„So weit, so gut. Wir hatten in dieser Woche schon ein paar Probleme zu lösen und haben das auch getan und gezeigt, wie sehr es in der Langstrecke auf eine eingespielte Truppe ankommt. Schade ist, dass wir um nur drei Zehntel den dritten Platz in der Stock-Wertung im Qualifying verpasst haben, so sind es jetzt ‚nur‘ zwei WM-Punkte, anstatt drei. Wir sind da nach der Entscheidung vom letzten Jahr mit Punktgleichheit Vizeweltmeister zu werden gebrandmarkt und wollen jeden einzelnen Punkt haben. Ab morgen Nachmittag gilt es dann so richtig. Für heute sind noch Stürme angesagt und morgen dann Regen. Manchmal beobachtet man die Wetter-Apps und alles wird besser oder verflüchtigt sich, hier aber werden die Vorhersagen für das Wochenende von Tag zu Tag schlechter. Daher haben wir uns auch strategisch schon auf Regen und Mischbedingungen eingestellt. Wichtig ist, dass unsere Truppe wieder einmal harmoniert, alle Spaß an dem haben, was sie hier tuen und dann können wir morgen auch angreifen.“