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Marcel Schrötter wechselt 2026 in die IDM Superbike zu GERT56!
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enn man nach dem deutschen Motorradrennfahrer fragt, der in den letzten 15 Jahren permanent in einer der beiden FIM Weltmeisterschaften unterwegs war, kommt man an dem Namen Marcel Schrötter nicht vorbei. Beginnend über die 125 ccm WM, über die Moto 3 und Moto 2 Jahre bis hin zur Supersportweltmeisterschaft hat er sich in den Premiumklassen behauptet. Gekrönt wurde diese Zeit durch den dritten Gesamtrang in der WSSP Weltmeisterschaft im Jahre 2023. Trotz seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten ist ihm oft auch durch äußere Umstände der ganze große Wurf verwehrt geblieben.
Doch wenn du von einem Gipfel zum nächsten willst, musst du auch mal ein Tal durchschreiten, dies aber als Teil des Weges begreifen. Und so kehrt Marcel Schrötter im Team von GERT56 in die IDM zurück. Dorthin, wo er 2008 IDM Meister und 2009 Champion und Europameister wurde. Und genau da will er wieder anknüpfen im Rahmen der EURO MOTO (so wird die europaweit ausgeschriebene IDM 2026 heißen) in der Klasse Superbike auf einer BMW M1000RR.
Nachdem auch ein Werksengagement bei BMW Motorrad Motorsport, sowohl in der WSBK, als auch in der IDM und EWC nicht möglich war und andere Engagements wenig Aussicht auf sportlichen Erfolg boten, fiel seine Wahl auf das Privatteam aus dem sächsischen Pirna, auf GERT56.
Es ist ganz allein der sauberen und leidenschaftlichen Arbeit des Teams und dessen Außenwirkung, sowie den besonderen Leistungen eines Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig zu verdanken, dass Fahrer seines Kalibers GERT56 für geeignet halten seine neuen Ziele umzusetzen. Nach der Anonymität und Sterilität der WM Fahrerlager, wo politische und finanzielle Entscheidungen die sportlichen oft überlagern, ist es auch die Suche nach diesem Spaß an den Dingen, aus dem dann Leistung entsteht und nach familiärer Teamstruktur, die gleichzeitig performant und professionell zugleich ist.
Wichtig war natürlich ein Paket zu schnüren, was das Team nicht überfordert, aber auch seinen berechtigten Ansprüchen gerecht wird.
Und so wird Marcel Schrötter in 2026 bei ERC Endurance ebenfalls auf einer BMW in der Endurance WM unterwegs sein. Damit ist er in einem Top Team mit Podiumschancen, was sie eindrucksvoll in Le Mans bewiesen haben und in der Endabrechnung durch den Ausfall beim Bol d´Or mit Platz 5 sogar noch unter Wert geschlagen wurden. Mit der Teamleitung von ERC Endurance wurde vereinbart, dass dieses Engagement terminlich Vorrang hat und sämtliche Dinge rund um Marcel eng und vertrauensvoll abgestimmt werden. Wir bedanken uns jetzt schon für das gute Miteinander und sind fest davon überzeugt, dass sich dieses Doppelengagement perfekt ergänzt.
Seine Teamkollegen konnte Marcel auf der KINEMA Sportschule Anfang Dezember kennenlernen, wo sie mit unserer Physiotherapeutin Alex Höllbauer die ersten gemeinsamen Schweißtropfen vergießen konnten. Wir hoffen es kommen noch viele dazu, sowie die Tropfen des Siegersektes in den Rennen der Saison.
Drei Bikes zu betreuen stellt für uns als Team keine neue Herausforderung dar, wir wissen aber, dass dies personell, finanziell und organisatorisch sehr fordernd wird. Dem entgegen steht unser erfolgreichstes Jahr 2024, wo wir die Plätze 3, 4 und 6 in der Endabrechnung erreicht hatten und gemerkt haben, wie der Austausch und die vielen Daten jedem im Team helfen.
Ronny Schlieder – technischer Leiter:
Nach einer erfolgreichen Saison mit unseren beiden Fahrern Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig freuen wir uns, 2026 wieder mit drei Piloten an den Start zu gehen. Besonders stolz sind wir darauf, dass ausgerechnet Marcel Schrötter unser Team verstärken wird.
Mit seiner umfangreichen Erfahrung aus vielen Jahren in der Moto3-, Moto2- und der Supersport-Weltmeisterschaft bringt Marcel wertvolles Know-how mit, das unser Gesamtpaket erneut auf ein höheres Niveau heben wird. Wir sind überzeugt, dass er sich nahtlos in die hervorragende Teamstruktur einfügen wird und gemeinsam mit Toni und Jan-Ole um Spitzenplatzierungen kämpfen kann.
Toni und Jan-Ole haben in den vergangenen Jahren eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in unserem Paket steckt. Mit der zusätzlichen Erfahrung von Marcel wollen wir als Team den nächsten Schritt gehen – für alle drei Fahrer.
Unser klares Ziel für 2025: Angriff, maximale Punktausbeute und ein aktives Mitmischen im Kampf um den Meistertitel.
Mit unserem neuen Suspension-Partner Öhlins verfügen wir über topaktuelles Material auf höchstem Niveau. Elektronisch sind wir durch die BMW-Kit-Elektronik MRCK bestens aufgestellt. Die Motorräder werden wie gewohnt optimal bei RS Speedbikes vorbereitet.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Marcel in meiner Funktion als Crew-Chief sowie auf meine Aufgaben als Technischer Leiter der GERT56-Mannschaft.
Marcel Schrötter – Fahrer #23:
Ich habe mich für GERT56 entschieden, weil mir das Team nicht nur durch seine Erfolge der letzten Jahre aufgefallen ist. Ihre Arbeitsweise und ihre Außendarstellung zeigen ein familiär aufgestelltes und trotzdem sehr professionell agierendes Team, bei dem Spaß und Performance scheinbar in einer guten Balance sind und alle Bock haben Rennen zu gewinnen. Dieses Umfeld werde ich nach den vielen WM Jahren genießen und mich bestmöglich in die Entwicklung des Gesamtprojekts einbringen.
Mit Toni Finsterbusch habe ich jemanden an meiner Seite mit einer ähnlich langen Vita und im gleichen Alter, da stimmt die Basis eh und auch JO hat in jungen Jahren wesentlich mehr Superbike Erfahrung, als ich. Ich denke, dass ich von beiden hinsichtlich der Besonderheiten des Fahrens mit dem Superbike und der Spezifik der BMW M1000RR viel lernen kann, werde aber auch all meine Erfahrung aus den WM-Jahren in das Team hineintragen und teilen, um gemeinsam erfolgreich zu sein.
Auf die IDM freue ich mich deshalb besonders, weil diese Heimatnähe mir wieder mehr die Möglichkeit gibt mit Fans und Partnern direkt in Kontakt zu kommen. Ich hoffen sie machen regen Gebrauch von den Besuchsmöglichkeiten, dem offenen Fahrerlager und den spannenden Rennen. Obwohl ich alle Strecken kenne, bin ich doch auf einigen länger schon nicht mehr gewesen und benötige da noch den einen oder anderen Testkilometer. Dass mir das Team ein eigenes T-Bike im IDM-Spec zur Verfügung stellt und wir meistens mit Toni und JO gemeinsam unterwegs sind stimmt mich optimistisch. Freuen tue ich mich vor allem auf Brünn und die neu asphaltierte Strecke, sowie den Sachsenring, an den ich gerade aus Moto2-Zeiten beste Erinnerungen habe.
Für mich heißt es ankommen, schnell lernen und die Erwartungen in gute Ergebnisse umsetzen. Das wünsche ich mir, das wünsche ich dem Team, was mich herzlichst aufgenommen hat und allen Fans und Partnern, die immer hinter mir standen.
Besonders bedanken möchte ich mich bei ERC Endurance aus Karlsruhe, die mir mit dem Engagement in der EWC einen Traum erfüllen, haben mir doch meine Einsätze in Suzuka gezeigt, dass mir dieser Teamsport gut liegt. Ich werde auch dort alles versuchen mit meiner Erfahrung zum Erfolg beizutragen und das als schneller Fahrer und Teamplayer zugleich.
Jan Ole Jähnig – Fahrer #14:
Wie sagt man so schön: Aller guten Dinge sind drei und die Dinge sind gut! Ich freue mich auf eine coole Saison und den neuen GERT56 D-Zug. Der gibt uns im Rennen und in der Vorbereitung so viele Chancen und Möglichkeiten.
Rückblickend auf die Saison 2025 bleiben vor allem mehrere Pole Position in Erinnerung, was zeigt, dass ich den Speed auf dem Bike habe und dies nur noch konstant in Rennergebnisse ummünzen muss. Ein Schlüsselerlebnis war sicher das Wetterchaos in Schleiz mit dem Wechsel auf Slicks in Runde 1. Das Managen dieser Reifen im Nassen ohne Fehler und mit einem guten Endergebnis war eine wertvolle Erfahrung, die auch vom Team honoriert wurde. Dazu kam noch das Podium auf meiner Heimstrecke in Rennen 2 vor meinen Fans, Freunden, Partnern und Familie.
Ohne das Fahrerfeld genau zu kennen wird auch 2026 das Niveau sehr hoch sein und eine Verbesserung des Vorjahresergebnisses ist nicht vorhersehbar, doch mein erklärtes Ziel. Wenn dabei mein erster Rennsieg rausspringt, wäre dies umso schöner.
Meine Saisonvorbereitung ist vor allem geprägt von der Tätigkeit im elterlichen Betrieb und einem umfangreichen Fitnessprogramm. Hier konnten wir uns in der KINEMA Sportschule zusammen mit unserer Physio Alex Höllbauer wertvolle Anregungen holen, wovon wir sicher einiges in unser persönliches Programm einbauen können.
Karsten Wolf, Teamchef:
Zuerst dachte ich Marcel hätte sich verwählt ...
Toni Finsterbusch – Fahrer # 56
Als mich Karsten Wolf anrief und mich über die Verhandlungen mit Marcel Schrötter unterrichtete war mein erster Gedanke: Endlich bin ich nicht mehr der Älteste. Doch Spaß beiseite, wir kennen uns schon lange, ich habe seine Karriere verfolgt und ich schätze ihn als Mensch und Sportler. Er passt prima in unsere Truppe, wo der Spaß nicht zu kurz kommt, doch der Fokus ganz klar auf der Performance liegt.
Der Saisonabschluss in Hockenheim lässt mich optimistisch in die neue Saison schauen. Ich glaube, ich war noch nie so nah an einem Sieg dran und mit der schnellsten Rennrunde in beiden Rennen hatte ich den Speed und bin in beiden Rennen gut nach vorn gefahren. Der neu gewonnene Grip am Hinterrad kam dabei meinem Fahrstil sehr gelegen und auf der Bremse kann ich gewisse Dinge ausgleichen. Damit bleibt die Sehnsucht nach dem ersten Laufsieg für 2026.
Doch generell gilt, dass wir gemeinsam alles tun werden, um mindestens einen Piloten aus dem GERT56 Team auf das Gesamtpodium zu fahren. Die Qualität hat das Team und die Fahrer gleichermaßen.
Dass wir nun wieder zu dritt sind stellt sicher für das Team kein Problem dar, hatten wir doch 2023/24 zwei erfolgreiche Jahre in die Konstellation. Ich habe Marcel schon gesagt, dass es im LKW und der Box dann oft recht kuschelig ist und eine Menge Action herrscht.
In der Phase meiner Karriere, wo ich mich befinde ist es wichtig, in der Vorbereitung und in der Saison gesund zu bleiben, auch um meiner Verantwortung als Unternehmer gerecht zu werden. Wir werden die Wintertest als Privatteam wieder effizient gestalten und durchplanen und freue mich mit meinen beiden Teamkollegen bald wieder auf dem Bike zu sitzen.
Karsten Wolf:
Zuerst dachte ich Marcel hätte sich verwählt, doch schnell wurde mir klar, dass dieser sympathische und freundliche Bayer gut in unser Teamgefüge passt. Ich habe mich ganz frühzeitig meinen engsten Vertrauten, und da vor allem meinem Freund und Ronny Schlieder, geöffnet und bekam als erste Reaktion:
„Geil, wir machen das!“.
Im Laufe der Verhandlungen habe ich mich dann vor allem den Fahrern und Crewchiefs gegenüber anvertraut und ihnen ein klares Signal gesendet, dass ihr Platz und die Strukturen um sie herum sicher und stabil sind.
Ich musste mich aber auch unseren wichtigsten Partnern gegenüber öffnen, um die organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen. Gerade BMW Motorrad Motorsport und hier speziell die Verantwortlichen im Kundensport und im Vertrieb/Marketing haben schnell erkannt, dass das Engagement von Marcel Schrötter kein erklärter Angriff auf das Werksteam darstellt, sondern eine zweite Option auf den Titel. Auf die Kooperation und Freundschaft zu alpha racing und speziell Werner Daemen legen wir größten Wert.
Was publiziert wurde ist, dass 2026 die IDM unter dem Namen EURO MOTO noch offener, noch internationaler und vielleicht damit noch performanter wird. Das begrüßen wir und tragen das auch so mit. Bis heute liegt uns allerdings für die Saison 2026 kein bestätigtes Reglement vor. Auch schwindet mein Glaube, dass Lösungen gefunden werden, die eine technische Chancengleichheit und eine Balance der Fahrzeugkonzepte ausreichend berücksichtigen.
Spätestens nach dem Auftritt von Dominique Aegerter in Assen auf einer Yamaha, weiß jeder, dass es einen zweiten Weg zum Erfolg gibt: Fahrer der Sonderklasse. Wenn Marcel sein Talent reinhaut und JO und Toni ihm alles über das Fahren mit dem ihm neuen Sportgerät verraten, wenn wir als Team einen Rahmen bilden aus dem Leistung entsteht, nur dann entstehen Siege und Erfolg.
Ein kluger Mann sagte mal: Gute Fahrer machen Teams besser und gute Teams machen Fahrer besser. Genau darum wird es gehen.
Bleibt mir nur noch ganz herzlich Danke zu sagen an alle alten Partner, die Ihr Engagement fortführen und die neuen die an uns und unseren Matchplan für 2026 glauben. Darunter u.a. unser neuer Partner in Sachen Öl und Additive MOTUL, der von Beginn an engagiert und respektvoll mit uns umgegangen ist. Läuft also auch da wie geschmiert. Meine letzte Bitte an alle, die ihren wirtschaftlichen Erfolg mit uns teilen wollen. Werdet Teil der GERT56 Geschichte und seid dabei in 2026 vielleicht etwas Besonderes zu schaffen.









