Das German Endurance Racing Team 56 hat den 83. Bol d’Or auf dem südfranzösischen Paul Ricard Circuit auf dem 15. Gesamtrang und auf Platz fünf der Superstock-Kategorie beendet. Die Deutsche Lucy Glöckner, der Österreicher Stefan Kerschbaumer und der Niederländer Pepijn Bijsterbosch drehten in diesem Rennen, welches in weiten Strecken im Regen stattfand und welches für rund 12 Stunden unterbrochen wurde, am Ende 305 Runden.

Es war ein dramatischer 83. Bol d’Or auf dem Paul Ricard Circuit von Le Castellet. Nach starker Qualifyingleistung ging GERT56 optimistisch ins Rennen. Doch in der Langstrecke ist eben nichts planbar und so wurde es eines der 24-Stunden-Rennen, wie man es sich nicht ausdenken kann: Nach rund zweieinhalb Rennstunden wurde wegen Regens abgebrochen. Die Bedingungen waren mit Wind und Schauern zu gefährlich.

Nach einigem Hin- und Her wurde gegen 20 Uhr entschieden, das Parc-Ferme aufzuheben und den Teams ihre Maschinen wieder in die Box zu geben. Anschließend sollte am Sonntag um 06 Uhr der Rennbetrieb wieder aufgenommen werden, gestartet hinter dem Safety-Car. Fortan sollte es dann auch nicht mehr regnen.

Die Mannschaft aus Pirna übernachtete auf dem 21. Gesamtrang und Platz sechs in der Superstock-Klasse.

Den ersten Morgen-Stint sollte Lucy Glöckner fahren – und da es in der Nacht nicht mehr weiter geregnet hatte, entschied man sich für eine Mischbereifung aus Intermediate und Regen-Pirelli.

Glöckner, Kerschbaumer und Bijsterbosch fuhren, als die Piste am Vormittag abgetrocknet war, die Pace und Zeiten der Gesamt-Spitze des Rennens.

Einen kleineren Rückschlag gab es noch, als Glöckner mit einem Elektronik-Problem die Box ansteuern musste. Dabei wurde die Hauptsicherung gewechselt und schon nach wenigen Sekunden ging es wieder auf die Strecke.

Am Ende fuhren Kerschbaumer, Glöckner und Bijsterbosch auf dem 15. Gesamtrang und Platz fünf in der Superstock-Wertung ins Ziel – nur 9,7 Sekunden hinter einer Position besser.

Stefan Kerschbaumer:
So etwas habe ich noch nie erlebt! Das Rennen wurde aufgrund von Regens abgebrochen. Das war aber sicher die richtige Entscheidung, denn Nachts wäre es bei den Wassermassen echt gefährlich geworden. So viel haben wir auf ein 24-Stunden-Rennen noch nie schlafen können. Es war alles etwas verkorkst, aber wir haben uns gut aus der Affäre gezogen und eine solide Leistung abgeliefert und ordentlich Punkte mitgenommen.

Lucy Glöckner:
Was für ein Rennen, das hätte man sich so sicher nicht ausdenken können! Heute Morgen beim Re-Start haben wir gepokert und ich bin auf Regen-/Intermediate-Reifen gemischt raus gegangen. Aber die Strecke hat dann doch länger zum Abtrocknen gebraucht, als gedacht – und das trotz des starken Windes. Bei dem Rennen ging es vor allem darum, anzukommen und das haben wir geschafft und auch ordentlich Punkte für den fünften Platz in der Superstock mitgenommen.

Pepijn Bijsterbosch:
Im Regen war es schwierig, ich bin da gestern eine Weile gefahren und dann kam das Safety-Car und dann der Abbruch. Das war sicher auch richtig, weil wir so lange Safety-Car hatten und dann alles ausgekühlt ist. Heute im Trockenen hat es dann wieder richtig Spaß gemacht zu fahren und wir waren alle drei schnell unterwegs. Wir haben wichtige Punkte für den fünften Platz geholt und damit eine gute Ausgangslage geschaffen.

Karsten Wolf:
Wir sind nicht unbedingt glücklich, aber auch nicht traurig! Das war ein chaotisches Rennen. Am Ende hat uns der Abbruch sogar einen Vorteil verschafft, weil wir hätten mit einem Stopp weniger durch fahren können. Da hatten wir dann aber das Elektrik-Problem und haben diesen Stopp wieder verloren. Wir wissen, dass wir Defizite im Regen haben. Der Poker mit dem Intermediate bei Lucy beim Re-Start ist leider auch nicht aufgegangen. Trotzdem haben wir eine starke Leistung gezeigt – alle drei Fahrer waren unglaublich schnell und sind Zeiten der Gesamt-Spitze im Rennen gefahren, als es trocken war. Schön ist, dass die Klasse aufgewertet wurde und wir jetzt in der Stock eine eigene Punktevergabe haben, die vom Gesamtergebnis im Rennen nicht abhängt. Ich glaube, das ist fairer für uns Teams und damit können wir mit diesem Saisonauftakt und unserer Punktausbeute zufrieden sein.

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