GERT56 by rs speedbikes wird in der neuen Saison 2018/2019 des FIM Endurance Superstock World Cup mit einem neuen, starken Fahreraufgebot an den Start gehen. Julian Puffe (Deutschland), Stefan Kerschbaumer (Österreich), Lucy Glöckner (Deutschland), Filip Altendorfer (Deutschland) und Rico Löwe (Deutschland) besetzen den bewährten Fahrer-Pool im GERT56. Als Einsatzgerät vertraut die sächsische Mannschaft wieder auf die BMW S 1000 RR.

Bereits beim Saisonauftakt zum FIM Endurance Superstock World Cup bei den 24 Stunden von Le Castellet und dem Kampf um die Bol d’Or zeigt sich das bewährte Konzept eines großen Fahreraufgebots. Lucy Glöckner, die für den Rest der Saison gesetzt ist, wird das erste Rennen der neuen Saison verpassen. Die Krummhermsdorferin zog sich beim Lauf zur IDM Superbike1000 der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft auf dem Schleizer Dreieck eine Fraktur des dritten Lendenwirbels zu. Glöckner wird dieses Jahr keine Rennen mehr bestreiten und sich auf ihre Genesung konzentrieren.

Daher hört das Einsatz-Trio für Süd-Frankreich auf die Namen Julian Puffe, Stefan Kerschbaumer und Filip Altendorfer. Rico Löwe wird als Reserve-Fahrer dabei sein und ebenso alle Trainings und Qualifyings bestreiten und stünde im Bedarfsfall als Ersatz bereit.

Technisch aufgerüstet

Stillstand bedeutet Rückschritt, daher hat die Mannschaft um Team-Manager Karsten Wolf, Tuner Ronny Schlieder und Cheftechniker Holger Homfeldt keine Schraube unberührt gelassen. Die BMW Doppel-R wurde mit der Motorsport-Elektronik aufgerüstet, was unter anderem das Verlegen komplett neuer Kabelbäume nach sich zog.

Auch frische Motoren sind eingebaut worden und erst diese Woche wurden diese auf dem Flugplatz Drewitz bei Cottbus quasi händisch eingefahren.

Neue Saison, alte Ziele abhaken, neue erreichen

Für die jüngst in Oschersleben (Superstock-Klasse) und Suzuka (EWC-Superbike-Klasse) zu Ende gegangene Saison hatte GERT56 klare Ziele gehabt, die vor allem mit dem Podest bei den 8-Stunden der Slowakei auf dem Slovakia-Ring erreicht werden konnten. Daher hat man sich sportlich weiter entwickeln wollen und nicht zuletzt auch Team- und Fahrer-seitig alles auf den Prüfstand gestellt. Mit den Piloten Puffe, Kerschbaumer, Altendorfer, Löwe und Glöckner soll es nicht nur Einzelergebnisse geben.

In den Rennen selbst peilt GERT56 den permanenten Kampf um die Podeste und Trophäen an. Allerdings schielt man natürlich dabei auch auf das WM-Tableau, wo als Ziel Medaillen-Plätze ausgegeben sind.

Fakten zum Saisonauftakt

Strecke: Circuit Paul Ricard Le Castellet
Länge: 5,673 Kilometer
Kurven: 13 (5 Links, 8 Rechts)
Längste Gerade: Mistral (1,6 Kilometer)
Renndauer: 24 Stunden (Samstag, 15. September 2018 – 15:00 Uhr bis Sonntag, 16. September 2018 – 15:00 Uhr)

Informationen:

Offizielle App der EWC: iTunes https://itunes.apple.com/de/app/fim-ewc/id1356040451?mt=8 – Android https://play.google.com/store/apps/details?id=com.app.p4900DB&hl=gsw

Live im TV:

Samstag, 15. September: 15:00 bis 19:00 Uhr – Eurosport 2

Samstag, 15. September: 21:00 bis 00:40 Uhr – Eurosport 2

Sonntag, 16. September: 07:00 bis 15:30 Uhr – Eurosport 2

= 16:10 Stunden LIVE

Live-Timing & Offizielle Ergebnisse: ITS-Results https://www.its-results.com/ewc

Julian Puffe – Fahrer:
Die Erleichterung nach unserem Podest bei den 8-Stunden vom Slovakiaring war immens und seither ist auch einiges passiert. Ich habe trainiert wie ein verrückter und konnte mich auch in der IDM Superbike steigern. Am Lausitzring habe ich zuletzt meinen ersten Sieg nur knapp verpasst und habe mit Platz zwei in dieser Klasse mein bestes Ergebnis geholt. Ich bin unendlich fit und gespannt auf das 24-Stunden-Rennen. Ich weiß, dass das eine unglaubliche Herausforderung wird, besonders die Distanz. Wir haben aber alle Zutaten, um in Le Castellet erfolgreich zu sein, jetzt brauchen wir dann nur noch das entscheidende Quäntchen Glück auf unserer Seite.

Stefan Kerschbaumer – Fahrer:
Zu GERT56 hatte ich schon immer ein gutes Verhältnis. Oftmals waren wir mit meinem vorherigen Team Boxennachbarn und auch unsere Mannschaften haben sich immer wieder gegenseitig unterstützt und geholfen. Daher kenne ich die Truppe zumindest aus dem Fahrerlager schon sehr gut. Natürlich habe ich auch die Entwicklung und die Fortschritte von GERT56 im Laufe der Jahre verfolgt und bin jetzt froh und stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein. Das Projekt ist ambitioniert und ich hoffe, dass wir zusammen viel Spaß haben werden.

Filip Altendorfer – Fahrer:
Eigentlich wollte ich ja keine Rennen mehr fahren, daraus wurde dann doch aber die Reserve-Position für die 8 Stunden-Läufe. Da bin ich in der Slovakei eingesprungen, weil sich Horst Saiger verletzt hatte und wir sind auf das Podest gefahren. Das war ein unglaublich emotionaler Moment für das ganze Team, aber auch besonders für mich und meine Karriere. Da habe ich noch einmal Blut geleckt. Nun war meine Position eigentlich wieder die Reserve und hauptsächlich die des Riding Coaches, aber als klar war, dass Lucy nicht würde fahren können, habe ich mich nicht zwei Mal bitten lassen. Ich weiß, dass die 24 Stunden eine immense Tortur werden, aber so, wie diese Mannschaft aufgestellt ist, bin ich einfach bis in die Haarspitzen motiviert.

Rico Löwe – Fahrer:
Ich freue mich auf den Bol d’Or und besonders, wie sich dieses Team entwickelt hat. Wir haben einen langen Weg gemeinsam beschritten und von Jahr zu Jahr wurden Ansprüche und Professionalität höher. Es tut mir leid, dass wir alle aufrücken mussten, weil sich Lucy am Rücken verletzt hat. Wir alle wünschen ihr eine schnelle und baldige Genesung, sodass sie dann im April in Le Mans wieder im Sattel sitzen kann. Derweil werde ich beim Bol d’Or als Reserve-Fahrer einspringen und versuchen, der Mannschaft so gut ich kann zu helfen.

Lucy Glöckner – Fahrerin:
Es ist für mich persönlich unglaublich schade, dass ich für die Bol d’Or absagen musste. Leider zieht sich die Genesung meines gebrochenen Rückenwirbels noch hin. Normalerweise kann man mit einer solchen Verletzung erst nach sechs Wochen wieder aufstehen und laufen, da bin ich schon einen Schritt weiter. Trotzdem wäre das Risiko zu groß, doch wieder zu stürzen und die Verletzung vielleicht sogar zu verschlimmern. Schweren Herzens habe ich daher entschieden, dieses Jahr nicht mehr in der EWC und der IDM an den Start zu gehen. Es tut mir sehr Leid für die Mannschaft vom GERT56, gleichzeitig möchte ich mich bei Karsten Wolf und seinem Team für das Verständnis bedanken – und vor allem auch dafür, dass sie weiterhin hinter mir stehen und ich nächstes Jahr dann ins Geschehen eingreifen kann.

Karsten Wolf – Team Manager:
Der Rückblick auf die Langstreckensaison 2017/18 von GERT56 lieferte eindeutige Rückschlüsse für die Ausrichtung in der Zukunft. Teamstruktur und die technische Basis sind in einem sehr guten Zustand und Julian Puffe hat gezeigt, was mit der GERT56-RS-Speedbikes-BMW möglich ist. Die Erkenntnis, dass man drei schnelle Fahrer braucht, um vorn mitzufahren ist nicht neu, doch genau das soll der Anspruch in der neuen Saison sein. Dass wir Julian Puffe halten und noch die zwei Kandidaten gewinnen konnten, die ganz oben auf unserer Liste standen, zeugt auch davon, dass dem „System GERT56“ zugetraut wird,  Rennen oder gar Meisterschaften zu gewinnen. Mit Julian Puffe, Lucy Glöckner und Stefan Kerschbaumer haben wir so ziemlich das Beste zusammen, was der deutschsprachige Rennsport zu bieten hat. Jung genug um Speed und Druck aufzubauen, aber alt genug, um schon mit einem gehörigen Maß an Erfahrung ausgestattet zu sein. Leider hat sich Lucy Glöckner verletzt und so kommt mein bewährtes System aus drei Fahrern, einem Reserve-Piloten und dem Riding-Coach bereits beim Bol d‘Or zum Tragen. Die Verletzung ist zu gravierend, das Risiko zu hoch, so dass Lucy gemeinsam mit dem Team eine kluge Entscheidung in Richtung Zukunft getroffen hat. Ich habe gar nicht erst nach externen Lösungen gesucht, sondern sofort Filip Altendorfer kontaktiert. Er genießt mein uneingeschränktes Vertrauen und ist bei den Technikern und Teamkollegen gleichermaßen hoch angesehen. Zudem soll Lucy zu keinem Zeitpunkt das Gefühl haben, dass sie ersetzt wird. Sie braucht jetzt Stabilität und Ihr Stammplatz ist für die Saison sicher! Nach großen Verdiensten in vielen Schlachten für GERT56 wird Rico Löwe den Platz des Reservefahrers einnehmen und nach dem Motto, „alles kann, nichts muss“ loyal an der Seite des Teams stehen. Wir werden der Endurance weiter mit Respekt und Demut begegnen. Wir werden aber auch alle Möglichkeiten, die sich bieten, resolut und konsequent ergreifen. Das Ziel ist ganz klar das Podium in der Endabrechnung in der Superstock-Klasse und nach dem Podium in der Slowakei, wollen wir nun auch mal wissen, wie der Siegersekt schmeckt.