GERT56 by GS YUASA bei 24-Stunden von Le Mans zur Aufgabe gezwungen

Nach der Führung im Qualifying in der Stocksport-Klasse und Führungskilometern im Rennen schlug das Pech zu: Das German Endurance Racing Team 56 (GERT56) musste am Sonntagmorgen um halb zwei das Garagentor herunterlassen und aufgeben.

Vielversprechend waren die Trainings und Qualifikationsläufe zu den 24 Stunden für Motorräder in Le Mans gelaufen und GERT56 hatte mit Julian Puffe, Lucy Glöckner und Pepijn Bijsterbosch mächtig für Furore gesorgt und das Trio war als Favorit ins Rennen gegangen. Nachdem Puffe den Start gefahren war, übernahm Glöckner, schließlich Bijsterbosch. Die Mannschaft führte dabei in der Stock-Klasse souverän.

Doch dann schlug das Pech zu: Zunächst hatte Bijsterbosch am Ende seines Turns Probleme mit Aussetzern am Motorrad, konnte aber glücklicherweise die Box schnell erreichen und es wurde kaum Zeit verloren.

Dann aber wurde Lucy Glöckner vom Team #333 abgeräumt und stürzte. Eine fragliche Aktion, da eben jene Mannschaft zu dem Zeitpunkt im Rennen schon zuvor zwei Mal gestürzt gewesen und weit zurückgefallen war, während GERT56 noch um das Podest der Stock-Klasse kämpfte.

Glöckner hatte zwar auch wieder Glück im Unglück, als sie das Motorrad aufheben und über die Strecke zurück fahren konnte und hätte ihren Stint auch zu Ende gefahren um Zeit zu sparen, allerdings war der Bremshebel beschädigt, dass sie zum Boxenstopp gezwungen war.

Um Mitternacht herum schlug dann die Elektronik-Defekt-Hexe zu. Mehrfach musste die Mannschaft an die Box, tauschte Kabelbaum und Lichtmaschine, doch ein Kurzschluss konnte nicht behoben werden. Das Motorrad wollte nicht mehr starten und so kam um circa 01:30 Uhr morgens die Aufgabe.

Zwei Rennen stehen in der FIM Endurance World Championship 2018/2019 für die Mannschaft aus Pirna noch aus – am Slovakia-Ring und in Oschersleben soll wieder frisch angegriffen werden.

Julian Puffe:
Was soll man sagen: Es ist jammerschade! Wir haben die ganze Woche über super gearbeitet und waren in unserer Klasse klar die Schnellsten auf der Strecke, hatten aber im Rennen nicht das Glück auf unserer Seite. Es ist jetzt einfach deprimierend, aber was will man mache. Das Gute ist, dass wir in der Weltmeisterschaft mit unserem Sieg beim Bol d’Or letztes Jahr so einen guten Grundstein gelegt haben, dass jetzt bei den beiden 8-Stunden-Rennen in der Slowakei und in Oschersleben noch alles drin ist. Wir können nur nach vorne schauen.

Lucy Glöckner:
Ich bin traurig und enttäuscht. Ich bin super Stints gefahren und war mit meinen Zeiten und allem auch absolut zufrieden, wurde dann aber von Florian Marino abgeräumt. Der kam einfach innen rein gestochen und dort war einfach kein Platz. Es ist ärgerlich, wenn man bedenkt, dass dieses Team da schon zuvor zwei Mal gestürzt war und nur noch im Hinterfeld lag. Glücklicherweise ist mir nichts weiter passiert, auch wenn mir die Hand etwas schmerzt – trotzdem hätte ich das Rennen zu Ende gefahren. Wir werden nun mal schauen, wie es nach hier in der WM-Tabelle aussieht und dann in der Slowakei und besonders in Oschersleben noch mal frisch angreifen.

Pepijn Bijsterbosch
Es ist unglaublich schade, dass wir aufgeben mussten, das war natürlich nicht unser Plan. Ich denke, wir haben allen gezeigt, dass wir alles zusammen gehabt hätten, um bei diesem Rennen vorn zu sein, aber es ist anders gekommen. Was soll ich sagen: In diesem Team habe ich mich wohl gefühlt – es macht richtig Spaß und jeder weiß genau, was er zu tun hat. Wir haben noch eine Mission vor uns und das heißt Angriff am Slovakia-Ring und in Oschersleben.

Karsten Wolf
Wir müssen es positiv sehen: Wir sind alle gesund und munter und wir haben uns definitiv stark geschlagen. Das Qualifying zählt zwar für nichts, aber wir haben uns mit der Stock-Pole stark präsentiert und sind auch im Rennen super unterwegs gewesen. Die drei Fahrer haben zu jeder Zeit einen starken Job gemacht und wir hatten klar die Pace für das Podest und waren das schnellste Team auf der Strecke. Aber das muss man eben auch über die 24 Stunden bringen. Die Crew hat immer Eins-A gearbeitet und wir haben alles versucht, um es ins Ziel zu bringen, aber der Elektrik-Teufel hat sich noch irgendwo versteckt. Wir haben in der Weltmeisterschaft der Langstrecken-Superstock noch immer eine starke Position und werden jetzt am Slovakia-Ring und in Oschersleben neu angreifen. Danke an alle, die uns unterstützt haben!