GERT56: Beim IDM-Saisonfinale in Hockenheim Basis für die Zukunft gelegt

GERT56: Beim IDM-Saisonfinale in Hockenheim Basis für die Zukunft gelegt

Hockenheim, Deutschland. Im Qualifying hatten sich Toni Finsterbusch und Julian Puffe die Startplätze zehn und elf erkämpft. Finsterbusch war auf eine Bestmarke von 1:27,174 Minuten gekommen und verlor damit auf die Bestzeit von BMW-Markenkollege Florian Alt ganz vorn nur 1,427 Sekunden. Puffe blieb um 0,159 Sekunden hinter Finsterbusch zurück.

Der erste Lauf wurde nach nur wenigen Runden abgebrochen, als Finsterbusch in der Mercedes-Arena zunächst auf Flüssigkeit stürzte und ihm dann weitere fünf Piloten im Boden-Gang folgten, darunter auch Teamkollege Puffe. Das aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft stammende Team GERT56 ist jedoch aus der EWC auf schnelle Reparaturen spezialisiert und konnte so beide Piloten beim Re-Start wieder in die Startaufstellung bringen.

Finsterbusch musste dennoch nach zwei gefahrenen Runden mit einem technischen Problem aufgeben. Puffe erkämpfte sich im Ziel den siebten Rang und damit den vierten Startplatz für Lauf zwei am Nachmittag.

Puffe machte vom Start weg auch ordentlich Druck und kam mit den Witterungsbedingungen bei leichtem einsetzendem Regen perfekt zurecht – und sammelte erneut Führungskilometer für GERT56 und auf der BMW M 1000 RR. Am Ende sah er das Ziel auf einem starken sechsten Platz und sammelte erneut kräftig Punkte für die IDM Superbike 1000 Abschlusstabelle. Finsterbusch musste erneut mit technischen Problemen vorzeitig aufgeben.

Im IDM-Superbike-Debütjahr von GERT56 beendete Julian Puffe das Championat auf dem achten Gesamtrang. Insgesamt sammelte der Schleizer 101 Punkte. Teamkollege Toni Finsterbusch, der die ersten beiden Saisonstationen verletzungsbedingt verpasst hatte, holte Gesamtrang 13 mit 47 Zählern auf dem Konto.

Julian Puffe:
„Mit den Plätzen sechs und sieben konnten wir noch mal ordentlich punkten und die Saison anständig abschließen – auch, weil ich noch mal Führungskilometer sammeln und GERT56 mit der BMW M 1000 RR ordentlich präsentieren konnte. Es war eine tolle erste, gemeinsame IDM-Saison mit allen Teammitgliedern, die ich ja aus dieser Mannschaft schon aus der Langstrecke kannte. Am Anfang waren für mich nur zwei, drei Gaststart-Einsätze geplant und nun bin ich doch die ganze Saison gefahren, habe den achten Gesamtrang geholt und zusammen mit meinem Teamkollegen Toni Finsterbusch die brandneue BMW M 1000 RR so entwickelt, dass wir für kommendes Jahr eine optimale Ausgangslage haben.“

Toni Finsterbusch:
„Für mich war das Saisonfinale mit zwei Ausfällen und einem Sturz in den zwei Rennen und damit natürlich zwei Nullern eher suboptimal, um es mal vorsichtig zu sagen. Das ist ärgerlich, aber wir nehmen das Positive mit in den Winter. Ich bin vier Mal in die Top-Fünf gefahren und liege trotz der verpassten ersten beiden Saisonevents und dem verkorksten Finale in der Abschlusstabelle vor vielen Fahrern, die das gesamte Jahr über gefahren sind. Es war für uns alle ein Neuanfang – vom Team, über das Motorrad und ich denke, der kann sich sehen lassen. Natürlich haben wir alle viel gelernt und auch Fehler gemacht, aber das ist normal und wir werden die gleichen Fehler sicher nächstes Jahr nicht mehr machen, denn wir haben daraus gelernt. Ich danke allen, die das möglich gemacht haben.“

Karsten Wolf – Team Manager:
„Die meist gestellte Frage in diesem Jahr war, ob ich die EWC vermisse. Mein klares ‚Nein‘ schockierte viele Fragende. Ich bin kein Typ, der sich für etwas Neues entscheidet und dann der Vergangenheit nachweint. Zudem hat der Wechsel alles gehalten, was ich mir, was ich aber auch dem Team versprochen habe. Die verkürzten Verweilzeiten an der Rennstrecke und die übersichtlichen Reisedauern, verbunden mit einem übersichtlichen Equipment passen gut zu einem privat finanzierten und nebenberuflich agierenden Team und zu dessen logistischer Ausrichtung. Mein Versprechen, dass jeder, der es möchte, im Team seinen Platz findet konnte ich auch halten, betreuten wir pro Wochenende doch inklusive IDM und ProSuperstock drei Bikes. Beeindruckt sind wir immer noch von der Leistungsdichte und der Performance in der IDM. Das Team konnte sich in seiner neuen Struktur schnell finden und stabilisieren. Ein Bike auf jeder Strecke für jeden Fahrer so abzustimmen, dass es auf eine Runde, als auch über die Distanz schnell ist, ist die Challenge an der wir im nächsten Jahr arbeiten müssen, denn für Führungskilometer gibt es keine Punkte. Ich kann mich nur vor meiner Truppe verneigen, die mit der Erkrankung von Lucy Glöckner und der Verletzung von Toni Finsterbusch denkbar schlechte Voraussetzung für den Einstieg in die Saison hatte. So lag die ganze Last hinsichtlich Entwicklung und Ergebnis auf den Schultern von Rückkehrer und eigentlich Reservepilot Julian Puffe. Dass er diesem Druck standgehalten hat zeigt seine gewachsene Reife in allen Bereichen. Tief beeindruckt bin ich von der starken Rückkehr nach der Verletzungspause von Toni Finsterbusch, der mit vier Top-Fünf Ergebnissen in Folge seine Extraklasse demonstrierte. Die IDM entwickelt sich zur stärksten Superbike Serie in Europa. Nach dem Lehrjahr folgt 2022 die Gesellenprüfung, wo das Podium das Ziel sein muss. An einer Meisterprüfung werden wir zielstrebig und hart arbeiten, mit der BMW M 1000 RR haben wir schon mal gutes Handwerkszeug.“

TBoerner

TBoerner

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